„When in doubt, go to the library.“

„When in doubt, go to the library.“

– Hermione Granger

Goldenes Herz und messerscharfer Verstand – Hermine ist die klügste junge Hexe in der Zauberergesellschaft des Rowling-Universums. Spätestens im dritten Teil der Reihe festigt sie ihren Platz im Goldenen Trio mit Harry und Ron endgültig. „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist ein Roman des Umbruchs, gewidmet der Auseinandersetzung mit Zeit. Die Figuren befinden sich im Wandel, werten zuvor bestandene Verhältnisse um und erheben sich zu charakterstarken Persönlichkeiten. Schwerfällig taumelt die gigantische Schlossuhr in ihrem alten Gefüge; rasend schnell drehen sich die Stunden in Hermines Zeitumkehrer und überlisten die bisherige Ordnung. Immer mehr tritt sie nun als dominante Figur hervor. War sie bisher die besserwisserische, mehr zufällig in Abenteuer Verwickelte, erhält sie zunehmend den Überblick über das Ganze und die Summe seiner Teile. Auf Harry laufen die Fäden der Geschichte zu, Hermine lenkt sie in ihren Bahnen. Sie ist es, die ihre Welt hinterfragt und nicht nur freundschaftlichen Rat erteilt, sondern auch in die zeitgenössischen Geschehnisse eingreift und eine verbindende Instanz im Kampf gegen das Böse bildet. Ob Initiierung von Harrys Gründung der DA oder eine Kampagne für Elfenrechte – Hermine dreht am Rad der Geschichte und weiß genau – um sie zu gestalten, muss man aus ihr lernen. Mit dieser akademischen Motivation, gemischt mit persönlichen Überzeugungen und dem Mut, ihr oft noch unerprobtes Wissen im entscheidenden Moment zur Anwendung zu bringen, inspiriert sie hoffentlich nicht nur ihre Freunde im Buch, sondern auch uns dazu, zu verstehen und zu verändern, bevor es zu spät ist.