Die Zeit

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? –

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

Rainer Maria Rilke, Aus dem Nachlaß des Grafen C. W. (Nachlaß)

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Rezension: Stefan Zweig – „Maria Stuart“

Stefan Zweig geht für die romanhafte Biografie Maria Stuarts erneut auf Wahrheitssuche in einer dunklen Epoche und zeichnet präzise das detailreiche Bild eines Mädchens, dem vieles in seinem jungen Leben zufiel; einer leidenschaftlichen Frau voller Lebenslust und Energie, mit hoher Bildung und großem Stolz bis zu ihrer letzten Schlacht in einer Welt voller Intrigen und politischem Kalkül. Er zeigt dem Leser die Menschen hinter den politischen Rollen und die Gefühle hinter ihren Handlungen.

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Rezension: Astrid Lindgren – „Das entschwundene Land“

„Jetzt will ich eine Liebesgeschichte erzählen, keine, die ich gelesen oder mir ausgedacht, sondern nur eine, die ich gehört habe. Oft gehört habe. Darin ist mehr Liebe als in allen, die ich in Büchern fand, und für mich ist sie rührend und schön. Aber das liegt vielleicht daran, daß sie von zwei Menschen handelt, die meine Eltern werden sollten.“

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Ein Zeichen

Gieb deinem Herzen ein Zeichen,
daß die Winde sich drehn.
Hoffnung ist ohne gleichen
wenn sie die Göttlichen sehn.

Richte dich auf und verharre
still in dem großen Bezug;
leise löst sich das Starre,
milde schwindet der Bug.

Risse entstehn im Verhängnis
das du lange bewohnt,
und in das dichte Gefängnis
flößt sich ein fühlender Mond.

– Rainer Maria Rilke, 1924

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Kleine Reise in die Vergangenheit

Diese Geschichte schrieb ich mit 11 Jahren. Ich weiß noch, wie ich in meinem Zimmer an einem der alten, doppelten Fenster saß und nach draußen schaute, auf die Apfelbäume in unserem Garten und diese Worte aus meinen Gedanken aufs Papier fließen ließ.

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Rezension: John Williams – „Stoner“

Eine Sanftheit umgab ihn, eine Mattigkeit legte sich auf seine Glieder, und ein Gefühl der eigenen Identität überkam ihn mit plötzlicher Kraft, er fühlte seine Macht. Er war er selbst, und er wusste, was er gewesen war.“

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– wohlan –

Neue Anfänge stellen mich auf eine harte Probe. Ich muss mich ins Unbekannte hinauswagen, die Kontrolle aufgeben, Ungewissheit aushalten, mich in neue Situationen einfinden, an neue Umstände gewöhnen. Aber das Geschenk der Chance überwiegt die Angst. Und so will ich bereit sein „zu Aufbruch und Reise“. Denn „des Lebens Ruf wird niemals enden“. Ihm will ich folgen.

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